• annika-hering

Wahre Freiheit - Tag 6

Auf der Flucht hatten wir eine ruhige und vor allem trockene Nacht. Der Regen kommt erst, als wir uns im frühen Morgen wieder gemeinsam versammeln. Inzwischen haben es auch die, die gestern Abend aufgehalten wurden, geschafft, zu fliehen. Wir treffen uns im hochmotiviert im Wald und beschließen die Engländer nach Hause zu schicken....


Flucht ist keine Option mehr, wir ziehen in den Kampf: An den Kreuzen, vor unserem Lagerplatz, versammeln wir uns um unseren König Lukas, der eine packende Rede über die Freiheit hält. Danach offenbart uns seine Schwester, was sie heimlich aus dem Lager der Engländer herausgeschmuggelt hat: Die Schottische Krone. Wir beschließen hier und jetzt unseren König zu krönen und singen dazu den Lagersong:


Frei wie die Adler am Himmel,

Rau wie die stürmische See.

Wir sind Frei und wir sind wild

und tragen meist nur Pelz und Kilt:

So sind Schotten und das sind wir!


Nachdem der Jubel verstummt ist, gibt es Trainingsstationen für den bevorstehende Schlacht gegen die Engländer. Disziplinen, wie der Schwertkampf (Schwimmnudel), Wurfstern (Hütchen werden) oder der Ringkampf (Bändchen ziehen) stehen auf dem Programm. Jetzt im Training treten die Clans gegeneinander an, aber später werden sie sich so den Engländern stellen. Und gleichzeitig zeigen die Gruppen ihr Können, um am Abend den Sportpokal zu gewinnen...


Nach einem stärkenden Mittagessen ist es dann so weit: Wir versammeln uns um die Festung und greifen an. Zuerst belagern wir die Burg mit Wasserbomben, indem wir auf englische Helme zielen. Dann wird die zweite Disziplin eingeläutet, der Schwertkampf. Auf diese folgt das Wurfstern-Duell und der Kampf um die Lebensbändchen. Die Engländer schlagen sich wacker, haben aber letztlich keine Chance. Am längsten hält sich ein englischer Soldat mit Feder am Hut, den wir alle nur zu gut kennen. So oft hat er uns Liegestütze machen oder uns ums Lager laufen lassen. Aber auch er muss sich geschlagen geben und fliehen. Jetzt steht König Eduard alleine auf seiner Burg. Er muss mitansehen wie König Lukas, seine Schwester und einige treue Clansmänner die Festung stürmen und wird gefangen genommen. So sehr er sich wehrt und es nicht wahrhaben will: Unser Lager gehört wieder uns. Und Schottland ist frei! Das muss gefeiert werden! Außerdem müssen wir uns überlegen was wir mit unserem lieben Eduard machen! Also kehren wir in unsre Lagergruppen zurück und packen unsere Sachen aus. Es tut gut, zurück zu sein...


Am Abend dann, haben wir uns einiges ausgedacht. Wir wollen uns als Schotten feiern, unseren König Lukas ehren und Eduard eine Lektion erteilen. Und für diesen Zweck haben sich die einzelnen Clans Spiele, Tänze und Geschenke für den König ausgedacht – ein Clan hat sogar eine Sänfte für König Lukas gebaut. Aber das worauf wir alle gewartet haben, übernehmen Lukas und seine Schwester persönlich: Die Bestrafung von Eduard. Dazu werden erstmal all die Dinge gemacht, die er verboten hatte: Schlachtrufe geschrien, wir singen unseren Lagersong und zwingen ihn mit uns schottisch zu tanzen. Dann lassen wir ihn ein Kilt tragen und malen ihn mit Farbe an. Nun kommt es zu dem Teil, auf den alle gewartet haben: Die Matsche.


Doch bevor wir die Strafe ausgeführt werden kann, erfahren wir, dass nicht nur der König geschnappt wurde, sondern auch der schlimmste seiner Gefolgsleute: Der Soldat mit der Feder am Hut. Der uns täglich schikaniert hat. Und so werden beide in die Matsche gesteckt und darin gewälzt. Danach lassen wir sie laufen. Die sollen es nur wagen, wieder nach Schottland zu kommen…


In der Predigt danach erzählt uns Lukas, dass uns die Wahrheit freimachen wird. Der sehr ereignisreiche Tag geht in unseren Gruppen am Lagerfeuer zu Ende.