• schoening6

Tag 3 – Wenn die Unsicherheit an dir nagt…

Okay, das ist jetzt alles nicht so gelaufen wie geplant. Wir sind schon den zweiten Tag in New York und haben nach wie vor kein Visum erhalten. Wir laufen immer wieder zur zuständigen Behörde, nur um immer wieder einen „ABGELEHNT“-Stempel mehr in den Pass gestempelt zu bekommen. Was sollen wir denn jetzt machen? Noch sind wir geduldet, aber wie lange noch? Die Angst, die seit gestern um sich gegriffen hat, wird zu einer stetigen Ungewissheit und Unsicherheit.


Zudem kostet unser Leben hier Geld – eine Menge Geld. Unpraktisch, dass wir keins haben – wir mussten ja unsere Schleuser für die Atlantiküberfahrt bezahlen. Also suchen wir uns Gelegenheitsjobs. Feuerholz sammeln und verkaufen, Briefkästen und Bänke bauen. Alles, was irgendwie Geld bringt, versuchen wir nach bestem Wissen und Gewissen zu erledigen. Aber das Geld reicht nicht – egal, was wir alles machen – wir haben nicht genug. Und dann kommt noch dazu, dass die Straßen von New York nicht sicher sind.



Hinter jeder Ecke lauern Straßengangs. Am schlimmsten sind die New York Knights, sie klauen uns auf dem Weg zu unseren Jobs unsere Lebensbändchen, ohne die wir uns außerhalb unserer Quartiere nicht aufhalten dürfen. Und wenn uns unser Lebensbändchen fehlt, dann müssen wir welche nachkaufen, um wieder außerhalb unserer Blocks arbeiten zu dürfen – eine Negativspirale, aus der wir kaum noch rauskommen.

Und dann läuft alles völlig aus dem Ruder. Die New York Knights machen uns ein Angebot, das wir kaum ablehnen können. Sie bieten Geld, viel Geld. Und das einfach nur dafür, dass ein Päckchen von einem Ort zum anderen gebracht wird. Keine große Aufgabe, doch auf einmal sind wir mitten drin - mitten drin im Gangleben. Aber so haben wir wenigstens genug Geld, um das teure Leben zu finanzieren. Und wir machen uns einen Namen. Wer einen Namen hat, der hat Einfluss. Dennoch nagt sie weiter an uns – die Unsicherheit, wie es weitergeht.




Am Abend erzählt uns Toralf von Unsicherheiten, die er im seinem Leben erfahren hat und nimmt uns mit in die Geschichte von Zachäus, der ebenfalls mit Unsicherheit zu kämpfen hatte. Die Frage nach dem: „Gehöre ich dazu?“ betrifft uns alle. Die Bibel zeigt uns: Jesus möchte unser Freund sein und uns unsere Unsicherheit nehmen.